VERMIETUNG

Der Konzertraum des Lofts lässt sich mieten für Proben, Konzerte und Seminare.


Für Einzelheiten und Preise kontaktieren Sie bitte:
Hans-Martin Müller:
hm(at)loftkoeln.de

 

Im September 2009 wurde das Loft in Köln 20 Jahre alt, und das ist für einen als Ein-Mann Betrieb geführten Ort dieser Qualität und Ausstrahlung ein wahrhaft biblisches Alter. Die eigentliche Gründung des Loft fand schon im Jahr 1986 statt, und zwar im gleichen Monat wie die Eröffnung der Kölner Philharmonie und des Konzertraumes im Stadtgarten. Direkt neben der Musikhochschule in der geschichtsträchtigen Straße „Unter Krahnenbäumen“ mietete der Flötist des WDR Sinfonieorchesters und damalige Dozent der Kölner Musikhochschule Hans-Martin Müller eine ehemalige Werkstatt, die sein Arbeitsraum und ein Freiraum für Musik im Besonderen sein sollte.
Die Lage war ideal, jedoch fühlten sich Nachbarn durch die Aktivitäten gestört, z.B. der Maler Sigmar Polke, der sein Domizil über dem Raum hatte, und durch eine Abfindung den ersten Mietvertrag des LOFT beendete.

Nach intensiver Suche wurde daraufhin die Etage in der Wissmannstr. 30 gefunden, die als Nachmieter des Fotografen Josef Snobl 1987 erst gemietet und im Jahr 1989 gekauft wurde. Nach umfangreichen Ausbau- und Umbauarbeiten begannen schon 1988 die ersten Proben und Konzerte – das Datum für den regelmäßigen Konzertbetrieb ist jedoch der September 1989, denn in diesem Monat wurde der erste Steinway Flügel „in Betrieb“ genommen, und seitdem finden in der ehem. Parfüm- Fabrik in der Wissmannstr. 30 regelmäßig Konzerte statt, früher auch Ausstellungen mit bildender Kunst.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Fabriketage zu einem geschätzten Aufführungsort für improvisierte Musik, zeitgenössische Musik und Jazz mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Die meisten Kölner Jazz Musiker, die in den letzten 20 Jahren national und international in Erscheinung getreten sind, haben ihre ersten Karriere Schritte im Loft gemacht, stellvertretend seien hier nur Nils Wogram, Hayden Chisholm, Florian Weber, Frank Gratkowski oder Philip Zoubek genannt.

Auch die „Neue Musik“ fand im Loft einen geeigneten Konzertort, zudem hat die Kölner Gesellschaft für Neue Musik seit 15 Jahren ihren Sitz im gleichen Gebäude und veranstaltete zahlreiche Werkstätten und Konzerte. So hielten Komponisten wie z.B. Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, Luciano Berio oder Dieter Schnebel Vorträge oder besuchten Aufführungen ihrer Werke. Die Kölner Triennale und der DLF veranstalten hier Konzerte und Aufnahmen, das Moerser Festival hat das LOFT und seine Szene zu 5 Projekten eingeladen, der eigene Verlag 2nd Floor fördert punktuell Musiker mit der Veröffentlichung von Aufnahmen, und zahlreiche Aufnahmen von Live Konzerten und Produktionen sind auf anderen Labels veröffentlicht. Der Verein 2nd Floor e.V. unterstützt seit 2004 die Aktivitäten des Loft, so dass im Jahr 2008 170 Veranstaltungen stattfinden konnten.

Durch seine besondere Atmosphäre angezogen haben zahlreiche bekannte Musiker aus dem In - und Ausland gastiert, der Schwerpunkt der Konzerttätigkeit liegt jedoch auf der Förderung der Kölner Szene durch die Bereitstellung dieser außergewöhnlichen Infrastruktur. Der im Jahr 1993 gekaufte Steinway D-Flügel vergrößerte die Attraktivität, schon 1989 hatte Pi-hsien Chen das gesamte Klavierwerk von Arnold Schönberg aufgeführt, 1994 spielte Paulo Alvares das gesamte Klavierwerk von Mauricio Kagel und war auch an der Aufführung des gesamten Klavierwerkes von Karlheinz Stockhausens im Rahmen der Triennale 1997 beteiligt, an der auch Majella Stockhausen, Herbert Henk und Pi hsien Chen in Anwesenheit des Komponisten mitwirkten. Prominente Musiker wie Steve Lacy, Peter Brötzmann, Dave Douglas, Jim Black, Mal Waldron, Misha Mengelberg, Han Benning, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker, Bobby Previte, Michel Godard, Michel Ducret, Simon Nabatov u.v.a. waren zu hören, die Gästeliste ist ein „who is who“ in der Welt der improvisierten Musik, und aus diesem Grund war und ist der Ort nicht nur ein offener Raum für erste Gehversuche, Experimente oder Produktionen der Kölner Szene, sondern er bietet den Zuhörern immer wieder den Genuß international bekannte Musiker und Gruppen.

Im Jahr 2000 wurde der Konzertraum umgebaut und vergrößert und die vorhandenen Möglichkeiten noch einmal vor allem akustisch verbessert.

Die ausgezeichnete Qualität des Studios, von Ansgar Ballhorn aufgebaut und von Wolfgang Stach, Stefan Deistler und Christian Heck weitergeführt, ist neben dem ausgezeichneten Konzertflügel, dem wohl einzigen in seiner Qualität in einem deutschen Club, ein weiterer Grund für den Erfolg des Loft. Zahlreiche  Live Mitschnitte und Studioproduktionen sind seitdem auf CD veröffentlicht oder gesendet worden.

Im Jahr 2008 fand zum ersten Mal die Verleihung des Horst und Gretl Will Stipendiums, des Jazz Preises der Stadt Köln, im Loft statt. Die meisten Preisträger haben ihre ersten Konzerte in Köln im Loft gegeben und zum Teil auch ihre ersten CD’s hier produziert, in so fern also ein konsequenter Schritt, die Preisverleihung hier zu platzieren.
Die Semesterabschlusskonzerte der Jazz/Pop Abteilung der Kölner Musikhochschule sowie zahlreiche Examenskonzerte der Studierenden sind ein Beleg für den engen Kontakt zur Kölner Musikhochschule. Auch mit der Rheinischen Musikschule hat sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit entwickelt, jedes Jahr spielen Schüler der Jazzabteilung der Rheinischen Musikschule oder deren Abteilung für Improvisation Konzerte im Loft.
Daneben steht das Loft anderen Nutzern zur Verfügung, in den letzten 20 Jahren haben Vereine wie die Kölner Gesellschaft für Neue Musik, der Klang Köln e.V., die Arbeitgemeinschaft für freie Musik, Drang Klang, der Jazz am Rhein e.V. und andere Vereine oder Veranstalter die Räume für Konzerte oder Vorträge nutzen können.

Die Stadtrevue schreibt: "...längst hat das Loft Weltruhm erspielt. Das Urteil ist kaum übertrieben: Die puristische Kontinuität, mit der hier auf Non-Profit-Basis und allein angetrieben vom Enthusiasmus des Veranstalters und der Musiker Woche für Woche die wichtigsten Musiker des zeitgenössischen Jazz und der Neuen Musik vorgestellt werden, findet man nicht in Berlin, nicht in Paris, nicht in Tokyo." (2010)

 

 

 

Der Gründer des Loft Hans-Martin Müller wurde 1952 in Geldern am Niederrhein geboren. Im Blockflötenkreis des CVJM Posaunenchores in Kamp-Lintfort begann seine musikalische Karriere. Flöten- und Saxophonunterricht folgten und schon in jungen Jahren lag ein Schwerpunkt seines Interesses bei der „aktuellen“ Musik und die hieß damals Jazz, Rhythm& Blues und Soul und so spielte er 1967 in seiner ersten Band mit dem Gründer des New Jazz Festivals Moers Burkhard Hennen gemeinsam in einer Bläsergruppe.
Weitere Gruppen folgten bis seine eigene Band Schacht IV Anfang der siebziger Jahre in Moers Kultstatus erlangte. 1971 begann er das Bergbaustudium nach einem 1 ½ jährigen Praktikum unter Tage in Aachen, doch als er nach einem Semester von der Eröffnung des Jazz Seminars in Köln (Manfred Schoof und Peter Trunk waren die Verantwortlichen) hörte, wollte er sich für einige Zeit ganz der Musik zu widmen.
Umzug nach Köln, wo er dann 5 Jahre über dem Jazzclub „Päff“ wohnte. Sein besonderes Talent lag jedoch mehr auf dem Gebiet der klassischen Musik, denn nach einem knappen Jahr Studiums gewann er 1973 den Kölner Hochschulpreis im Fach Flöte, Anfang 1974 wurde er Soloflötist in der Rheinischen Philharmonie Koblenz und im Nov. 1974 stellv. Solo Flötist im Sinfonie Orchester des Westdeutschen Rundfunks, wo er heute noch tätig ist.
1977 begann seine Tätigkeit als Dozent für eine Hauptfachklasse an der Kölner Musikhochschule, die bis zum Jahre 2002 dauern sollte und ihn zu einem der erfolgreichsten Flöten Pädagogen Deutschlands machte. Acht Jahre war er Soloflötist des Bayreuther Festspiel Orchesters, er spielte in zahlreichen Kammerorchestern als Soloflötist oder Solist und war Mitglied in verschiedenen Kammermusikformationen wie z.B. dem Consortium Classicum.
Als jahrelanger Vorstand des WDR Sinfonie Orchesters, Vertreter der Lehrbeauftragter der Kölner Musikhochschule und Personalrat des WDR standen und stehen neben dem eigenen Musizieren auch immer musikpolitische Themen im Mittelpunkt seines Interesses, ein nebenberufliches Studium „kulturelles Management“ ein Sabatical 1996/97 in New York und Paris waren die Folge, das Loft und sein Programm sind das Ergebnis dieses Interesses.
Vor allem hat ihn aber die Begeisterung für die Musik in allen ihren Spielarten nie verlassen. So ist in Köln eine der aktivsten Personen der freien Musikszene ein Orchestermusiker und auch das mit ganzer Profession.