Den Beginn des LOFTs als Konzertraum genau zu datieren, fällt schwer. Sicher ist nur: Alles begann mit einer Idee, einem Gedanken und einem Prozess, der über Jahre hinweg immer klarere Gestalt annahm. Zunächst abstrakt: kein Raum, kein Gebäude, kein Programm – schon gar kein Jubiläum! Nur der Wunsch, einen Ort zu schaffen für Musik, für Risiko, für Freiheit … und für Begegnungen.
Diese Idee ließ meinen Vater nicht mehr los: ein Unterrichtsraum für ihn selbst sollte es sein, ein Konzertraum auch für andere. Am 1. April 1986 war es soweit: er mietete eine Etage direkt neben der Hochschule für Musik und Tanz Köln in einem Hinterhof. Hier war das erste LOFT, gelegen an einem Ort, wo es für diese Zwecke nicht lange bestehen konnte. Nach einem Umzug am 1. November 1987 nach Ehrenfeld in die Wissmannstraße und 40 Jahren später ist aus dem Gedanken Geschichte geworden – geschrieben von Musiker*innen, vom Publikum und von all jenen, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass aus einer ersten Idee ein Zuhause wurde.
Im April 1989 feierten wir Drei Jahre LOFT mit einer Ausstellung des leider bereits verstorbenen Fotografen Josef Snobl. Damals war das LOFT neben der Musik auch ein Raum für Kunst, und aktives Mitglied im Ehrenfelder Kunstverein. Die Musik blieb schließlich jedoch das zentrale Thema, und im September 1989 begann mit dem Kauf des ersten Steinway-Flügels eine neue Zeitrechnung: ein Konzertraum ist unserer Ansicht nach erst vollständig, wenn ein hervorragender Flügel darin steht. Mit dessen Einweihung startete ein regelmäßiges Konzertprogramm, eine neue „Stunde Null“, und aus diesem Grund haben wir im September 2019 30 Jahre LOFT (in Ehrenfeld!) gefeiert. Im Januar 1993 wurde der A-Flügel gegen einen Steinway D-Flügel getauscht, und das LOFT somit endgültig zum Lieblingsort für Pianist*innen, weit über die Kölner Szene hinaus. Und was zunächst mit rund 70 Konzerten pro Jahr begann, hat sich im Laufe der Jahre auf aktuell mehr als 200 Konzerte im Jahr gesteigert.
Parallel zum regelmäßigen Konzertbetrieb entstand auch ein kleines Studio, zunächst nur für Audio-Dokumentationen. Daraus entwickelte sich allmählich ein professionelles Tonstudio, das seither neben Live-Mitschnitten und Aufnahmen für diverse Rundfunkanstalten mehr als 1.500 Veröffentlichungen produziert hat.

Dass aus einer „Idee“ eine Erfolgsgeschichte entstehen würde, die ich seit nunmehr neun Jahren weiterschreiben darf, war nicht absehbar. Der lange Weg dorthin war nur durch Initiative, finanzielle Mittel, Enthusiasmus und vor allem viel Zeit und Arbeit möglich. Die Auszeichnungen, die das LOFT in den letzten Jahren erhalten hat, sind eine eindrucksvolle Bestätigung dieses Weges: seit der Auslobung im Jahr 2009 haben wir jedes Jahr die Spielstättenprogrammprämie des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten, dazu 2021 und 2023 den Deutschen Jazzpreis als Club des Jahres, sowie im Jahr 2014 den Spielstättenprogrammpreis des Bundes / der Initiative Musik, mit dem wir – nach seiner Neustrukturierung – in den Jahre 2024 und 2025 in Form des APPLAUS als Beste Livemusikspielstätte erneut ausgezeichnet wurden.
Diese Wertschätzung unserer Arbeit wären ohne zahlreiche Wegbegleiter*innen nicht möglich gewesen. Ihnen gilt unser herzlicher Dank: den Tonmeistern Ansgar Ballhorn, Stefan Deistler, Christian Heck und Lukas Lohner, dem Klaviertechniker und Freund Hans Giese mit seinen Kollegen Johannes Jee und Martin Lintzen, unserem engsten Mitarbeiter und Soulman Christopher Ullrich, unseren jungloftler*innen, den zahllosen Musiker*innen, die das LOFT mit ihrer Musik lebendig gemacht haben, einer Kulturpolitik, die rechtzeitig die Qualität des LOFT erkannte und förderte, und einer geduldigen Nachbarschaft im Hof und in der Wissmannstraße.
Wir freuen uns, Ihnen am Sonntag den 26. April 2026 das LOFT bei einem Tag der Offenen Tür präsentieren zu dürfen: mit zahlreichen Künstler*innen der Kölner Szene und einem musikalischen Programm, das auch nach 40 Jahren seinesgleichen sucht.
Seien Sie herzlich willkommen!
Dr. Urs Benedikt Müller