37 Jahre nach seinem ersten Konzert mit dem Schlagzeuger Gerry Hemingway 1989 feiert der Pianist Georg Graewe seinen 70. Geburtstag mit zwei Konzerten im LOFT. Eine langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit und Freundschaft ist während dieser Jahre entstanden, dokumentiert durch zahlreiche Konzerte und CD Aufnahmen. Er war der erste Pianist, der den Steinway-Flügel (damals noch ein A-Flügel) für sich und seine Projekte entdeckt und genutzt hat. Er hat aber auch während unseres Urlaubs die Blumen in unserer Wohnung gepflegt; wir haben seine Wohnung in Burg Arenfels (Bad Hönningen) übernommen und ihm dann nach seiner Rückkehr aus San Diego wieder zurückgegeben. Und obwohl schon sehr lange in Wien lebend, fühlt er sich dem LOFT immer noch eng verbunden – das hat er uns zu seinen Geburtstagskonzerten geschrieben:

Es braucht häufig einzelne Personen mit Ideen, Mut und Leidenschaft und natürlich Ausdauer, etwas Bleibendes auf die Beine zu stellen. Man kennt solche Beschwörungsformeln aus der Industrie, aber da geht’s um Profit und ansonsten bleibt häufig auch nicht viel nach einiger Zeit. Demgegenüber gibt es das LOFT und dessen Begründer Hans Martin Müller noch immer, auch wenn inzwischen sein Sohn Benedikt das Ruder übernommen hat. Das weichspülende Etikett „Idealismus“ wäre eine Verharmlosung angesichts dessen, was hier geleistet wurde und wird – auch für das Image der Stadt Köln, die den Beiden die Füsse küssen sollte.
Ich glaube, es war der Schlagzeuger Thomas Witzmann, der mich auf das LOFT aufmerksam machte. Ich war von 1987-89 an zwei Produktionen im Kölner Schauspielhaus beteiligt und Witzmann spielte Marimba in meinem Instrumentalensemble. Mit Gerry Hemingway habe ich dann eines der ersten Konzerte dort gespielt – am 9. November 1989, während in Berlin plötzlich und zu aller Erstaunen sehr viele Menschen durchs Brandenburger Tor spazierten. Seitdem habe ich im LOFT viele Konzerte gegeben und in den Anfangsjahren auch gehört und gesehen, zeitweise sogar dort gewohnt. Nicht zuletzt wegen des ausgezeichneten Flügels und des erstklassigen Studioequipments sind dort sehr viele meiner Produktionen entstanden, teils auch für den WDR …(ja, sowas gab’s mal…) Und als ich im März 1993 mein Label „Random Acoustics“ gründete – das von 1995-1997 sein Büro in der 2. Etage des LOFTs unterhielt – haben sich diese Aktivitäten intensiviert. Und das ist bis heute so geblieben. Und läuft und läuft und läuft …