
Ich kann mich nicht erinnern, wann er mir das erste Mal begegnet oder aufgefallen ist, denn das war ja seine ungewöhnliche Eigenschaft: er war da, aber er fiel nicht auf. Und gerade auch deshalb gehört Hyou zu den profiliertesten deutschen Konzert- und Porträtfotografen im Bereich des Jazz und der improvisierten Musik. Seit nunmehr vier Jahrzehnten fängt er die Energie, Intimität und den flüchtigen Moment des Live-Jazz in seinen Bildern ein.
Er war überall, wo Jazz oder improvisierte Musik gespielt wurde, auf großen Festivals wie in kleinen Spielstätten, so hat er auch die Konzerte zahlloser Musiker*innen im Stadtgarten oder im LOFT viele Jahre dokumentiert. Ein früher internationaler Meilenstein gelang ihm 1984, als sein ikonisches Porträt von Miles Davis das Cover des weltweit renommierten US-Fachmagazins DownBeat zierte. Seither prägen seine Fotografien maßgeblich das visuelle Gedächtnis der Jazzszene. Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig in Fotobänden sowie als Cover-Artworks für namhafte Musiklabels wie Warner Bros. Records, ECM Records, Enja oder JazzHausMusik.
Während sein Fokus zu Beginn ausschließlich auf dem Jazz lag, öffnete Vielz seinen präzisen, beobachtenden Blick im Laufe der Jahre auch für die klassische und die Neue Musik oft auch im Auftrag sowie auch nationaler Tageszeitungen.
Es lag natürlich nahe, dass er für uns die Aufnahmen der 12 Pianist*innen für unseren zweiten Fotokalender Piano – Piano machte – eine wunderbare Dokumentation eines Teils der reichen Kölner Pianist*innen Szene im Jahr 2009.
Hyous gut sortiertes Archiv ist ein Schatz lebendiger Erinnerung: die Ausstellung Der stille Chronist bündelt vier Jahrzehnte dieses unaufdringlichen, aber tiefgründigen fotografischen Schaffens, dokumentiert Musikgeschichte aus nächster Nähe und wird im LOFT pünktlich zu Beginn der Cologne Jazzweek am 6. September 2026 eröffnet.
Hyou Vielz lebt und arbeitet als freier Bildjournalist in Köln.