Ende der siebziger Jahre tat sich eine Gruppe von jungen Jazzmusiker*innen zusammen und gründete die Initiative Kölner Jazzhaus. Ihr Ziel: politisch sicht- und hörbar werden und über eigene Produktionsmittel zu verfügen. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, mit eigenem Konzertsaal, eigenem Label und einer eigenen Ausbildungsstätte, der Offene Jazz Haus Schule.
Seit dieser Zeit profilieren sich immer mehr Musiker*innen nicht nur in ihrem Musikgenre: sie gründen Veranstaltungsorte, Festivals, kuratieren Programme und erheben die Stimme für ihre Belange. Vor elf Jahren wurde die Kölner Jazz Konferenz gegründet, der Initiativkreis Freie Musik vertritt die Interessen der gesamten freien Musikszene Kölns, und sowohl in diesen als auch in den weiteren Interessenvertretungen und Vereinen in Köln sitzen Personen, die neben ihrem Engagement für den Jazz und die improvisierte und aktuelle Musik selbst auch hervorragende Musiker*innen sind, z.B. im Stadtgarten Hendrika Entzian, Ulla Oster, Robert Landfermann und Janning Trumann, oder bei uns im 2ndFLOOR e.V. Shannon Barnett und Sebastian Sternal. Clemens Orth hat seine eigene Spielstätte Salon du Jazz gegründet, Stefan Döring das O-Ton, und Musiker*innen veranstalten Konzertreihen und Festivals wie das Impakt Kollektiv, das Klaeng Festival, die Cologne Jazzweek, Jazz-O-Rama, die Jazzzeit im Heimathirsch, Jazz Bott Live, die Plattform Nicht Dokumentierbarer Ereignisse und den Bruitkasten, oder gründen selbstverwaltete Großbesetzungen wie das Subway Jazz Orchestra, das Cologne Contemporary Jazz Orchestra oder das Fuchsthone Orchestra.
In Köln gibt es also eine beeindruckende Tradition: gerade hier haben die Musiker*innen immer wieder selbst die Initiative ergriffen, um für ihre Belange zu kämpfen.

Und so ist jetzt auch Felix Hauptmann in den Vorstand des 2ndFLOOR e.V.s gewählt worden, einer der auffallendsten Musiker seiner Generation.
Seit er hier lebt, ist er eng mit dem LOFT verbunden, hat zahlreiche Projekte und Aufnahmen bei uns verwirklicht, hat hier unzählige Konzerte gespielt, und nennt es zu Recht sein zweites Zuhause. Bei seinem neusten Project Serpentine fokussiert Felix auf kammermusikalische Reduktion, während er mit seinem Trio Percussion (mit Roger Kintopf und Leif Berger) vor kurzem bereits die vierte im LOFT produzierte Veröffentlichung vorgestellt hat. Mitte Juni ist er hier mit dem großartigen Trompeter Jakob Bänsch zu hören, Ende Juni im Duo mit seiner kongenialen Kollegin Kirke Karja, sieben Konzerte unter seiner Mitwirkung wird er bis zur Sommerpause hier gespielt haben, sie stehen sinnbildlich für den großen Stellenwert, den Felix und seine Musik in unserem Programm haben. Bei der 6. Cologne Jazzweek wird er in Kooperation mit NICA artist development Anfang September seine Auftragskomposition Yards & Empathy uraufführen – im Konzertsaal der Kolleg*innen vom Stadtgarten.
Jetzt engagiert sich Felix auch als 3. Vorstandsmitglied in unserem Verein, und natürlich sind wir auch sehr gespannt auf die Musik, die er noch mit uns zu teilen hat.