
Pascal Klewer
geboren 1997 in Groß-Gerau, kam schon als Grundschüler über ein Instrumentenkarusell an die Trompete, und bis heute ist sie sein Instrument geblieben. Viele Jahre war er Mitglied in den Landesjugendjazzorchestern aus Hessen, Rheinland-Pfalz, NRW und 2018/2019 auch im Bundesjazzorchester. Seit 2015 ist Köln sein Lebensmittelpunkt, hier studiert er u.a. bei Niels Klein, Andy Haderer und Jürgen Friedrich an der Hochschule für Musik und Tanz. Als Komponist und Trompeter wird er stark beeinflusst von Arnold Schönberg, Kenny Wheeler und Ornette Coleman. Er organisiert eigene Bands wie das Avantgarde Trio Bräumer/Klewer/Eftychidou, das Duo Evan Parker is my Hero mit dem Saxophonisten Victor Fox oder die HipHop-Brassband MOZAH, als Sideman spielt er im Aurora Oktett und dem Shaikh9 Nonett und natürlich regelmäßig in neuen Konstellationen mit Musikern*innen der Kölner Szene. Tourneen führten ihn bereits durch ganz Europa und bis nach China, USA, Bolivien und Kanada Besonders am Herzen liegt ihm seine Pascal Klewer Bigband, bestehend aus Musikern*innen der Kölner, Mainzer, Berliner, Essener und Basler Szene, die ausschließlich seine Kompositionen aufführt, mit dem Ziel, avantgardistische aber für eine Bigband untypische Solisten (z.B. Peter Brötzmann, Evan Parker, Kit Downes und Christian Lillinger) mit dem Bigband Sound und all seinen Möglichkeiten zu kombinieren.
Im LOFT organisiert er im März 2020 mit 222 sein erstes Festival.
222 Festival – am 9. und 10.3.20 jeweils ab 19 Uhr
zur Konzertankündigung 09.03.2020
zur Konzertankündigung 10.03.2020
L: Die Organisation eines solchen Festivals erfordert viel Zeit und Kraft. Was hat Dich bewogen, neben Deinen vielfältigen anderen Aktivitäten dieses 2-tägige Programm zu organisieren, und dann im LOFT zu präsentieren?
P: Als ich mir Mitte letzten Jahres Gedanken über meinen Bachelorabschluss machte, konnte ich mich nicht für eine Band entscheiden. Ich wollte sowohl meine bestehenden Ensembles präsentieren, als auch die Möglichkeit nutzen, mit meinen Vorbildern an solch einem Tag auf der Bühne zu stehen. Daraus entstand dann der Gedanke, ein professionelles Festival zu organisieren, bei dem ich beides miteinander verbinden und zugleich ein neues Konzerterlebnis kreieren kann. Die Erfahrung, solch ein Event auf die Beine zu stellen, Mittel zu akquirieren und ein transparentes Programm zu konzipieren und komponieren, ist zusätzlich eine Herausforderung, die für mich ein weiterer Lernprozess in meiner Entwicklung ist. Von Anfang an war für mich klar, dies im LOFT zu präsentieren. Ob mit Trio oder Bigband hatte und habe ich die Möglichkeit, hier aufzutreten und es gibt sowohl akustisch (der beste Flügel der Stadt und optimale recording-Bedingungen durch den fantastischen Sound des Saals) als auch organisatorisch (das LOFT schafft es, jeden Monat ein Wahnsinnsprogramm mit fast täglichen Konzerten auf die Beine zu stellen und zusätzlich immer ein offenes Ohr für die Musiker*innen zu haben) keinen besseren Ort in Köln, wofür ich sehr dankbar bin.
L: Welcher Aspekt stand für Deine Auswahl des 222-Programms im Vordergrund?
P: Die Zahl 222 steht für folgende Schwerpunkte. Die erste 2 steht offensichtlich für die 2 Tage, also den Zeitrahmen an dem das Festival stattfindet. Die zweite 2 bedeutet Köln und Berlin, also 2 für 2 Städte. Seit Jahren sind Köln und Berlin die beiden deutschen Jazzhochburgen, mit wichtigen szeneprägenden Künstlern*innen, nicht zuletzt auch durch die Hochschule in Köln und das Jazz-Institut Berlin. Die dritte 2 steht für 2 Generationen. Der Gedanke war, die Generation über mir, heißt grob +15-25 Jahre, die zurzeit den Sound des europäischen Jazz prägt und revolutioniert (z. B.KLAENG Kollektiv, Pablo Held Trio, Christian Lillinger, Jazzkollektiv Berlin) mit meiner Generation und ihren stark aktiven Musikern*innen in den beiden Metropolen (u. a. Future Bash Reihe, SALOMEA, Johanna Summer) zu verbinden.