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Philipp van Endert Trio plus Rick Margitza
Freitag 28. Januar 2011 - 20:30
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Philipp van Endert – acc. & e –guit
André Nendza – bass
Kurt Billker – drums
+ guest: Rick Margitza – sax.
Philipp van Endert hat alles das, was einen guten Jazzer auszeichnet: Gespür für Spannungsbögen und Relaxtheit im Ausdruck. Er legt geheime Kraftfelder längst entdeckt geglaubter Melodienlinien mit virtuosem Instinkt frei. Seine Musik ist ein Vogelflug der musikalischen Fantasie über den Ressourcen des Jazzerbes. Hier wird nicht die Coolness neu erfunden, wohl aber die Empfindung für die besondere Qualität lyrischer Kreativität geschärft. Das ist souveräner Jazz ohne Scheuklappen Richtung Groove und Emotion, Richtung Open Space und Atem. Mal bedient die Musik aktuelle Hörgewohnheiten, mal nimmt sie sich den Freiraum für die unerschöpflichen stillen Reserven der Klangmöglichkeiten zeitloser Jazzstandards. Aber zur Tagesordnung in Sachen REALBOOK schreitet man in keinem Moment, sondern bewirkt auf internationalem Top-Niveau (mit vielen Gästen u.a. Kenny Wheeler, Rob Hall, Rick Margitza, Adrian Mears) erfrischend Neues durch kompositorisches Geschick, fulminante Technik, raffinierte Akkordik und die hohe Kunst des Arrangierens. Es wird weder gegen die Windmühlen von Altbewährtem noch der Avantgarde geritten. Die Vorbilder sind spürbar, aber nicht dominant. Die immerwährend neu zu findende Balance zwischen Tradition und Trendsettersein wird von Philipp van Endert meisterhaft bewältigt. Mit seinen kongenialen gleichberechtigten Triopartnern dem Bassisten André Nendza und dem Schlagzeuger Kurt Billker hat dieser Gitarrist eine kleine Anleitung zum Glücklichmachen Sinn suchender Jazzenthusiasten gefunden. Rick Margitza, Enkel eines Jazzbassisten und Sohn eines klassischen Geigers, begann schon mit vier Jahren Violine zu spielen und studierte klassisches Klavier und Oboe, bevor er als Schüler an der Junior High School zum Altsaxophon wechselte, nachdem er Charlie Parker gehört hatte. Er besuchte das Berklee College of Music in Boston und die Loyola Univerity in New Orleans, wo er auch vier Jahre gelebt und gespielt hat. Er war mit Maynard Ferguson, Flora Purim und Airto Moreira auf Tournee, bevor er 1988 nach New York übersiedelte. Während Margitza’s Verhandlungen über einen Plattenvertrag, spielte Warner Bros. Produzent Tommy LiPuma Miles Davis ein Band vor, auf welchem der junge Saxophonist zu hören war. Davis entschloss sich auf der Stelle, Margitza für eine Tour zu verpflichten und nahm auch sein Amandla Album mit ihm auf. Margitza’s größte Anerkennung folgte nach seiner Zusammenarbeit als Sideman von Miles Davis, der ihn schlicht als „einen großen Tenorspieler“ bezeichnet hat. Die Presse überschlug sich damals über Rick Margitza, so schrieb das Magazin Down Beat „weil er in der Masse neuer Gesichter, die sich einen Namen gemacht hatten, wahrscheinlich zu den Musikern mit dem höchsten Wiedererkennungswert gehörte.“ Der Philadelphia Enquirer beschrieb den Sound Margitza’s als „den Klang einer voll entwickelten künstlerischen Stimme bei der Arbeit.“ Die Jazz Times verlieh ihm gar den Status „zu den wichtigsten Saxophonisten der zeitgenössischen Musik zu gehören.“