MINTON-BEYER DUO
Dienstag 17. März 2026 - 20:00
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Phil Minton – Stimme
Kriton Beyer – Daxophon
(english: see below)
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Das MINTON–BEYER DUO wirkt wie eine Studie zum Phänomen der Stimme mit zwei unterschiedlichen Instrumenten: der menschlichen Stimme und dem Daxophon.
www.kritonbeyer.com/mintonbeyer
Phil Minton ist als der vielleicht berühmteste und berüchtigtste Vokalkünstler der freien Improvisation bekannt für seine bemerkenswerten erweiterten Gesangstechniken, die das gesamte Spektrum des menschlich möglichen Ausdrucks umfassen: vom einfachen Atmen, übers Murmeln, Grummeln und Flüstern, bis hin zum Pfeifen, Rülpsen und Röcheln, Schreien und Stöhnen – von schrillen Höhen bis zu grummelnden Tiefen ist alles parat. Und all dies ist immer gepaart mit einer außergewöhnlichen, einzigartigen Präsenz und einem absolut ungefilterten Ausdruck.
Auf dem Daxophon wiederum scheint die Nachahmung von Lauten und Sprachmustern menschlicher sowie auch tierischer Art in die Natur und den Charakter des Instruments hineingelegt worden zu sein. Im Vergleich zu anderen Instrumenten fällt es scheinbar sehr leicht Tierlaute und -stimmen, vom Vogelgesang bis zum Grunzen, Röhren, Krächzen, Brüllen, Quaken, Schnattern, Gurren und Zirpen verschiedenster Tierarten auf dem Daxophon zu imitieren. Dies alles ist von Kriton Beyer in artenübergreifender Kommunikation mit seinem Daxophon als Instrument gut erforscht und praktisch erprobt worden und wird auch in der Arbeit in diesem Duo im musikalischen Dialog hörbar verarbeitet.
Akustisch ist der Klang dieses Duos trotz der Schnelligkeit, der Wechselhaftigkeit und der Fülle der musikalischen Information schlicht, klar, eindeutig und direkt und dadurch sehr intim und nie aufgesetzt. Die beiden Stimmen ergänzen einander gleichwertig, ohne dass die eine die andere je verdeckt; sie bewegen sich irgendwo zwischen dem Animalischen und dem Menschlichen, manchmal komisch und grotesk, manchmal subtil und zerbrechlich, in einem intuitiven musikalischen Schlagabtausch zweier facettenreicher Stimmen unterschiedlicher Natur.

Phil Minton (* 2. November 1940 in Torquay, Devon, Großbritannien) ist ein Sänger, des Avantgarde Jazz und der freien Improvisationsmusik, der als Jazztrompeter begann. Als Vokalist gilt er mit „schier unglaublichen und unheimlichen Sounds, für die es weit und breit nichts Vergleichbares gibt“ (Bert Noglik) als eine feste Größe in der Szene der freien Improvisatoren.
Minton, dessen Eltern Sänger waren und der im Kirchenchor sang, erhielt mit fünfzehn Jahren den ersten Trompetenunterricht. Zwischen 1959 und 1961 spielte er in Devon im Brian Weldon Quintet. 1962 zog er nach London, wo er mit Mike Westbrook arbeitete, dessen Band er nach Zwischenspielen als Tanzmusiker in Las Palmas (1964/65) und Schweden (1966 bis 1971) von 1971 bis 1990 für viele Programme (z. B. On Duke’s Birthday) und internationale Tourneen angehörte. Durch Westbrook kam er zum Gesang und zum Kontakt mit der Avantgarde- bzw. Free-Jazz-Szene Londons.
1975 gründete er mit Julie Tippetts, Maggie Nicols und Brian Ely das Vokalquartett Voice. Ab dem gleichen Jahr erarbeitete er sich ein Soloprogramm. Seit den 1980er Jahren gastierte er in unterschiedlichsten Konstellationen weltweit bei einschlägigen Festivals und arbeitete dabei zunächst mit Fred Frith, Roger Turner, Günter Christmann, Peter Brötzmann und Willi Kellers, später mit Radu Malfatti und Phil Wachsmann (Raphiphi) John Zorn (Angelica 94) oder Tom Cora (Roof). Parallel dazu wirkte er bei Filmmusiken und auf Plattenaufnahmen von Lindsay Cooper, Theaterproduktionen von Mike Figgis, den Auftritten von Georg Gräwes GrubenKlangOrchester, Tony Oxleys Celebration Orchestra und multidisziplinären Arbeiten des Komponisten Konrad Boehmer mit. Seit 1987 entstanden aus der Zusammenarbeit mit dem Pianisten Veryan Weston mehrere CDs, von denen vor allem das Oratorium für Chor Songs from a Prison Diary zu erwähnen ist, das auf Texten Ho Chi Minhs beruht.
Minton war 1997 an der europäischen Erstaufführung von Carla Bleys „Escalator over the Hill“ als Gesangssolist maßgeblich beteiligt. Weiterhin arbeitete er mit zahlreichen Improvisationskünstlern wie Thomas Lehn und Axel Dörner (die zusammen das Trio TOOT bilden), Derek Bailey, Erhard Hirt, John Butcher oder Bob Ostertag zusammen. 1998 sang er in der Berliner Band Frigg imaginäre Shanties. Er arbeitete außerdem in Projekten von Alfred Harth (Vladimir Estragon), Franz Koglmann (O Moon My Pin-Up, 1998), Klaus König, David Moss, Simon Nabatov, Paul Hubweber, Uli Böttcher (Schnack) und Oliver Schwerdt (EUPHORIUM_freakestra Free Electric Supergroup, 2007) und ist in Hörstücken von Grace Yoon, Andreas Ammer, FM Einheit und Ulrike Haage zu hören.
In Workshops unterrichtet er als Chorleiter unter dem Namen The Feral Choir die (häufig sehr zahlreichen) Teilnehmer in seiner Art des Improvisationsgesangs.
Sein Gesangsstil ist voller ekstatischer Momente und fantasievoller Geräuschanreicherungen mit „aberwitzigen und kunstvollen Röchelvokalisen“ (Ulrich Ohlshausen). Daneben trägt er auch gefühlvolle Balladen vor. 1988 wurde er von der Zeitschrift Jazz Forum als bester männlicher Sänger Europas anerkannt. Er ist an zahlreichen Plattenaufnahmen beteiligt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Phil_Minton

Kriton Beyer ist ein deutsch-griechischer Musiker und Komponist, der – als Performer und Improvisator – hauptsächlich mit dem Harmonium und dem Daxophon arbeitet. Er studierte Musikwissenschaft an der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland, wo er von 1990 – 2004 mit einer Vielzahl von lokalen Musikgruppen und Musikern wie Sakis Papadimitrou und Floros Floridis zusammenspielte.
Im Jahr 2004 zog er nach Berlin, wo er sich intensiv mit der Improvisations-Szene der Stadt beschäftigte. Seitdem arbeitete er mit zahlreichen Musiker*innen zusammen wie Phil Minton, Elliott Sharp, Audrey Chen, Steve Noble, Fred Lonberg-Holm, Andrea Centazzo, Nate Wooley, Axel Dörner, Liz Kosack, Kresten Osgood, Tristan Honsinger, Kazuhisa Uchihashi, Tomomi Adachi, Richard Scott, Willi Kellers, Matthias Bauer, Antonis Anissegos, Olaf Rupp, Alexei Borisov, Els Vandeweyer, Harri Sjöström, Nicola Hein und Liz Allbee, Tänzer*innen wie Yuko Kaseki in interdisziplinären Performance-Projekten wie enLIGHTenment und visuellen Künstler*innen wie Akiko Nakayama. Kriton Beyer hat das „FRAGMENTATION ORCHESTRA“ gegründet, ist Mitglied des elektroakustischen Trios „uproot“ und der Ensembles „Redox Reaction“ und FDBK EXPT.
Bei seiner Arbeit mit dem Harmonium nutzt Kriton Beyer sowohl den natürlichen Klang seines Instrumentes und „traditionelle“ Spielweisen als auch Präparationen, Objekte und unorthodoxe Spielweisen. Auch beim Spiel des Daxophons fällt seine persönliche, unkonventionelle Technik und sein überzeugender Klang auf, der u. a. auch durch die subtile Verwendung von Elektronik zustande kommt. Als Musiker der Improvisationsmusik ist er in ganz Europa aufgetreten. Seine Kompositionen sind größtenteils von der Konzeptkunst geprägt.
Kriton Beyer hat darüber hinaus die Musik-Software CinePrompt® konzipiert und entworfen, die speziell für den Einsatz zur musikalischen Improvisation zu Filmen entwickelt wurde. Er kuratiert und leitet die Konzertreihe / das Musiklabel „The Procrustean Bed“.
Klingt so:
Kriton Beyer – Daxophone
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The MINTON–BEYER DUO acts as a study of the phenomenon of the voice using two different instruments: the human voice and the daxophone.
www.kritonbeyer.com/mintonbeyer
Phil Minton, perhaps the most famous and notorious vocal artist in free improvisation, is known for his remarkable extended vocal techniques, which encompass the entire spectrum of human expression: from simple breathing, murmuring, grumbling, and whispering to whistling, belching and gasping, screaming and moaning—from shrill highs to rumbling lows, everything is at his disposal. And all of this is always paired with an extraordinary, unique presence and an absolutely unfiltered expression.
On the daxophone, on the other hand, the imitation of human and animal sounds and speech patterns seems to have been incorporated into the nature and character of the instrument. Compared to other instruments, it seems very easy to imitate animal sounds and voices on the daxophone, from birdsong to grunting, roaring, croaking, bellowing, quacking, chattering, cooing, and chirping of various animal species. All of this has been well researched and tested in practice by Kriton Beyer in cross-species communication with his daxophone as an instrument, and is also audibly processed in the musical dialogue in this duo’s work.
Acoustically, despite the speed, variability, and richness of the musical information, the sound of this duo is simple, clear, unambiguous, and direct, and thus very intimate and never artificial. The two voices complement each other equally, without one ever obscuring the other; they move somewhere between the animalistic and the human, sometimes comical and grotesque, sometimes subtle and fragile, in an intuitive musical exchange between two multifaceted voices of different natures.
Phil Minton (born November 2, 1940 in Torquay, Devon, UK) is a singer of avant-garde jazz and free improvisational music who began his career as a jazz trumpeter. As a vocalist, he is considered a fixture on the free improvisation scene with “sheer unbelievable and eerie sounds that are unlike anything else out there” (Bert Noglik).
Minton, whose parents were singers and who sang in the church choir, received his first trumpet lessons at the age of fifteen. Between 1959 and 1961, he played in the Brian Weldon Quintet in Devon. In 1962, he moved to London, where he worked with Mike Westbrook, whose band he joined in 1971 after interludes as a dance musician in Las Palmas (1964/65) and Sweden (1966 to 1971), remaining with them for many programs (e.g., On Duke’s Birthday) and international tours until 1990. Through Westbrook, he came to singing and came into contact with London’s avant-garde and free jazz scene.
In 1975, he founded the vocal quartet Voice with Julie Tippetts, Maggie Nicols, and Brian Ely. From the same year onwards, he developed a solo program. Since the 1980s, he has performed in a wide variety of constellations at relevant festivals worldwide, initially working with Fred Frith, Roger Turner, Günter Christmann, Peter Brötzmann, and Willi Kellers, and later with Radu Malfatti and Phil Wachsmann (Raphiphi), John Zorn (Angelica 94), and Tom Cora (Roof). At the same time, he contributed to film scores and recordings by Lindsay Cooper, theater productions by Mike Figgis, performances by Georg Gräwe’s GrubenKlangOrchester, Tony Oxley’s Celebration Orchestra, and multidisciplinary works by composer Konrad Boehmer. Since 1987, his collaboration with pianist Veryan Weston has resulted in several CDs, most notably the choral oratorio Songs from a Prison Diary, based on texts by Ho Chi Minh.
In 1997, Minton played a key role in the European premiere of Carla Bley’s “Escalator over the Hill” as a vocal soloist. He has also worked with numerous improvisational artists such as Thomas Lehn and Axel Dörner (who together form the trio TOOT), Derek Bailey, Erhard Hirt, John Butcher, and Bob Ostertag. In 1998, he sang imaginary shanties in the Berlin band Frigg. He also worked on projects by Alfred Harth (Vladimir Estragon), Franz Koglmann (O Moon My Pin-Up, 1998), Klaus König, David Moss, Simon Nabatov, Paul Hubweber, Uli Böttcher (Schnack), and Oliver Schwerdt (EUPHORIUM_freakestra Free Electric Supergroup, 2007) and can be heard in radio plays by Grace Yoon, Andreas Ammer, FM Einheit, and Ulrike Haage.
In workshops, he teaches his style of improvisational singing to (often very numerous) participants as choir director under the name The Feral Choir.
His singing style is full of ecstatic moments and imaginative sound enrichments with “absurd and artistic rasping vocalizations” (Ulrich Ohlshausen). He also performs soulful ballads. In 1988, he was recognized by Jazz Forum magazine as the best male singer in Europe. He has participated in numerous recordings.
https://de.wikipedia.org/wiki/Phil_Minton
Kriton Beyer is a German-Greek musician and composer who, as a performer and improviser, works primarily with the harmonium and the daxophone. He studied musicology at Aristotle University of Thessaloniki in Greece, where he played with a variety of local music groups and musicians such as Sakis Papadimitrou and Floros Floridis from 1990 to 2004.
In 2004, he moved to Berlin, where he became deeply involved in the city’s improvisation scene. Since then, he has worked with numerous musicians such as Phil Minton, Elliott Sharp, Audrey Chen, Steve Noble, Fred Lonberg-Holm, Andrea Centazzo, Nate Wooley, Axel Dörner, Liz Kosack, Kresten Osgood, Tristan Honsinger, Kazuhisa Uchihashi, Tomomi Adachi, Richard Scott, Willi Kellers, Matthias Bauer, Antonis Anissegos, Olaf Rupp, Alexei Borisov, Els Vandeweyer, Harri Sjöström, Nicola Hein, and Liz Allbee, dancers such as Yuko Kaseki in interdisciplinary performance projects such as enLIGHTenment, and visual artists such as Akiko Nakayama. Kriton Beyer founded the FRAGMENTATION ORCHESTRA and is a member of the electroacoustic trio uproot and the ensembles Redox Reaction and FDBK EXPT.
In his work with the harmonium, Kriton Beyer utilizes both the natural sound of his instrument and “traditional” playing techniques, as well as preparations, objects, and unorthodox playing techniques. When playing the daxophone, his personal, unconventional technique and compelling sound, which is achieved in part through the subtle use of electronics, are also striking. As an improvisational musician, he has performed throughout Europe. His compositions are largely influenced by conceptual art.
Kriton Beyer also conceived and designed the music software CinePrompt®, which was developed specifically for use in musical improvisation for films. He curates and directs the concert series/music label “The Procrustean Bed.”