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Georg Ruby & Village Zone
Montag 30. Oktober 2006 - 20:30
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A Woman and a Half – The Music of Hildegard Knef
Wollie Kaiser – reeds
Georg Ruby – p
Rudi Schaaf – b
Daniel Prätzlich – dr
Nach „Mackeben Revisited“, gewidmet der Musik deutschen Song- und Standardschreiber der Dreißiger und Vierziger Jahre (dokumentiert auf JHM 121/JazzhausMusik) hat sich Georg Ruby für sein aktuelles Projekt dem Werk einer der bedeutendsten und faszinierendsten Künstlerinnen angenommen, die Deutschland jemals hervorgebracht hat.
Hildegard Knef – universell begabt und höchst erfolgreich als international renommierte Schauspielerin, Malerin und Autorin („Der Geschenkte Gaul“, „Das Urteil“) – war in den 60er und 70er Jahren für lange Zeit Deutschlands künstlerisch beliebteste und auch kommerziell erfolgreichste Sängerin. Neben erstaunlich originellen Interpretationen von Musik des Cole-Porter-Songbooks schuf sie als Texterin ihrer stilprägenden Chansons („Von nun an gings bergab“, „Ich hab´ noch einen Koffer in Berlin“) zusammen mit ihren Hauskomponisten Charlie Niessen und Hans Hammerschmidt eine Sammlung unzähliger Preziosen, die in ihrem Charme unvergleichlich sind – und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, eher selten von anderen MusikerInnen oder Ensembles interpretiert werden.
Georg Ruby hat nun in seinen Arrangements und Bearbeitungen des Materials der 2002 verstorbenen Knef – sowohl den Cole-Porter-Versionen, als auch ihren eigenen Werken – dem speziellen Knef-Sound weitere, klangliche und improvisatorische Komponenten hinzugefügt. Dabei arbeitet er gänzlich ohne vokale Ebene und vertraut ganz auf die Stringenz seiner Bearbeitungen, die Kraft des melodischen Ausgangsmaterials und auf die, selbst bei instrumental vorgetragenen Versionen, immer präsente vokale Aura Hildegard Knefs – und natürlich auf die unvergleichliche bläserische Stimme des Ausnahmesaxophonisten Wollie Kaiser.
Drei Vorlieben sind bei Georg Ruby & Village Zone unüberhörbar: einmal das kreative Miteinander der drei Musiker an der Umsetzung ihres eigenen Materials, dann die Lust an freier, spontaner Improvisation, dem Prinzip des Instant Composing und als drittes ihr Spaß an der Verarbeitung der alten Standards. Hier sucht sich die Band aber keineswegs das halbe Dutzend fast schon totgespielter Hits der Jazzgeschichte aus, sondern präsentiert viel lieber Material deutscher Song- und Standardschreiber, wie nun die Musik von Hildegard Knef.
Die musikalische Vita Wollie Kaisers, eines der herausragenden europäischen Musikerpersönlichkeiten und Gründers der Kölner Saxophon Mafia, Kollege von Musikern wie Mark Feldman und Kenny Wheeler, ist ausgestattet mit einer Vielzahl von Auszeichnungen und kompositorischen Widmungen seiner künstlerischen Weggefährten. Sein Spiel lebt von der mitreißenden Präsentation seines riesigen Instrumentariums, angefangen von allen Flöten bis hin zu der kompletten Klarinetten- und Saxophonfamilie, auch solchen Spezialinstrumenten wie der Kontrabaßklarinette.
Georg Ruby, Mitbegründer des mittlerweile legendären Stadtgarten-Projekts in Köln arbeitet als Solopianist und Leiter des Village Zone Orchestra, des JJOSaar (JugendJazzOrchesterSaar) und des Blue Art Orchestra, mit dem er 1997 zusammen mit zwei weiteren Bands den Deutschen Orchesterwettbewerb gewonnen hat. Georg Ruby leitet den Jazz-Studiengang an der Hochschule für Musik (HFM) Saar in Saarbrücken und betreibt seit vielen Jahren das Kölner Label JazzHausMusik.
Rudi Schaaf ist einer der aktivsten und vielseitigsten Kontrabassisten dieses Landes, geschätzt als musican‘s musican, ein sowohl unter Kollegen als auch bei WDR-Produktionen und Events des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Saarbrücken sehr gefragter Instrumentalist.
Daniel Prätzlich ist ein stiloffener, experimenteller Musiker, dem Improvisations- und Interaktionsreichtum von Musik viel bedeuten und dessen aktuelle Projekte und Bands weitestgehend im Jazz anzusiedeln sind. Er ist Mitglied des InstantArtEnsembles von Marc-Stoutz-Boukouya. Daniel Prätzlich spielt mit Roger Hanschel, Gabriele Hasler, Frank Wunsch, Dirk Rothbrust und vielen anderen.