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plattform für transkulturelle neue musik: Shahhosseini/Mainz/Flaig (mit Hesen Kanjo)

Freitag 30. November 2018 - 20:30

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Yasamin Shahhosseini – Oud
Matthias Mainz – Piano, Live-Elektronik
Sebastian Flaig – Perkussion, Live-Elektronik
und Hesen Kanjo – Kanun


Im Juli 2015 lernte Matthias Mainz bei einer Recherche an der University of Tehran die junge Oud-Virtuosin Yasamin Shahhosseini kennen, die ihm als kommende Stimme an der Oud vorgestellt wurde. Nach einem Gastspiel Shahhosseinis mit dem Ensemble Musikfabrik in 2017 lud Mainz sie im April 2018 zur Zusammenarbeit im Trio mit dem Berliner Perkussionisten Sebastian Flaig ein. Yasamin Shahosseini steht für die jüngste Generationen persischer Radif-Musiker*innen, die über den Rückbezug zu den Wurzeln der persischen Kunstmusik die improvisatorischen Schwerpunkte des Radif neu beleben. Ihre tiefe Kenntnis der lebendigen persischen Spieltradition vereint sie mit einem starken Interesse für zeitgenössische und elektronische Musik.
Mainz, Shahhosseini und Flaig pendeln in ihrem Spiel zwischen musikalischen Heimatorten, die zwischen zeitgenössischer komponierter und improvisierter Musik, elektro-akustischer Musik und dem Radif liegen. Mit einem improvisatorischen Konzept, das eher postmoderne Parallelitäten als homogenisierende Synthesen anstrebt, entstehen Freiräume, in denen sich eine Musik zwischen der Innerlichkeit postromantischer Einflüsse, mikrotonaler persischer Modi bis zu Live-Elektronik und Geräusch entfalten kann.
In den Konzerten in Köln und Neuss entstehen Duo-, Trio- und Quartett-Konstellationen mit dem in Neuss lebenden syrisch-kurdischen Kanun-Virtuosen Hesen Kanjo.

https://www.matthiasmainz.com/upcoming/concerts2018


Yasamine Shah Hosseini- Oud

© Eric Alexander

Yasamin Shahhosseini wurde 1992 in Teheran geboren. Seit ihrem 13. Lebensjahr spielt sie Oud. Sie gewann Preise beim “Festival of Music Schools” 2005 und 2006 beim „Youth Music Festival“ 2013 und 2014. 2016 schloss sie ihr Musikstudium an der Universität Teheran ab. Als Mitglied von traditionellen und modernen Ensembles wie New Music Orchestra, Meta X (Alireza Mashayekhi), Paliz, Avaye Teheran, Three Ouds (Shahram Gholami), Mehbang und
Derang trat sie im Iran und international auf. Shahhosseini hat bei einer Vielzahl an Aufnahmen mitgewirkt. Ihre Soloeinspielung „Gahan“ mit Improvisationen traditioneller persischer Modi wurde 2015 im Kherad Art House vorgestellt. Als Mitglied der Gruppe Pouyesh beschäftigt sie sich zusätzlich mit musikalischer Forschung. Über ihre Meisterschaft an der Oud hinaus zeigt sie großes Interesse an Komposition und Klangkunst.

 

 

Sebastian Flaig – Perkussion

Sebastian Flaig aus Freiburg studierte ethnische Perkussion und Jazzdrumset an der Hochschule für Musik in Leipzig bei Alexander Bauer, Axel Schüler und Heinrich Köbberling. Zur Vertiefung seiner Kenntnisse der orientalischen Perkussion lebte er ein Jahr in Istanbul und lernte bei verschiedenen Meistern, u.a. bei dem Darabuka Virtuosen Misirli Ahmet, persische Perkussion erlernte er bei Behnam Samani und Majid Khaladj. Von der orientalischen Musik zum Jazz und experimenteller Musik bis hin zur Alten Musik reicht sein stilistisches Spektrum in verschiedenen Ensembles wie dem Taner Akyol Trio, Maya Youssef, Pain Perdu, KalhorFlaig Duo, Susan
Weinert, Lauttencompagney Berlin, Alba Canta, Musikwerkstatt Köln, Mysteries of Bulgarian voices feat. Lisa Gerard u.A. Sebastian war Mitglied des Bundesjazzorchesters und spielte in verschiedenen Tanz- und Theaterproduktionen u.a. an der Komischen Oper, am Stadttheater Freiburg und dem Bauhaus Dessau.

 

Matthias Mainz – Piano, Live-Elektronik

© Eric Alexander

Seit Ende seines Musikstudiums an der Folkwang Hochschule Essen und der Musikhochschule Köln realisiert Mainz Arbeiten zwischen komponierter-, improvisierter- und elektronischer Musik, Medienkunst, Tanztheater, Theater und Hörfunk. 2001 gründete er das interdisziplinäre Projektensemble realtime research, mit dem er Mixed-Media-Performances und -Installationen, elektro-akustische Konzerte, Workshops, konzeptionelle und kuratorische Arbeiten umsetzte. Seit 2012 beschäftigt sich Mainz mit Fragen transkultureller Musik und ihrer Einbettung in
nationale und internationale Kulturpolitik. Recherchen führten ihn hierzu nach Kabul, Teheran und Istanbul. Seit 2015 entwickelt und leitet Mainz die Plattform für Transkulturelle Neue Musik als Instrument künstlerischer Produktion und künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung. In seinen Soloimprovisationen mit Trompete, Piano und Elektronik reflektiert Mainz in einem sehr persönlichen, reduzierten Spiel Einflüsse aus Jazz und improvisierter Musik, Elektronischer und Neuer Musik, Stimm- und Lautperformance und dem Avantgarde-Pop der britischen Canterbury-Szene oder des deutschen Krautrocks.

 

Hesen Kanjo – Kanun

© Eric Alexander

Der kurdische Kanunvirtuose Hesen Kanjo wurde am 31. Mai 1974 in Aleppo (Syrien) geboren. Im Alter von 11 Jahren nahm er Akkordeon- und später Saz-Unterricht. 1987 bestand er die Aufnahmeprüfung am Arabischen Musikinstitut in Aleppo. Bei Bessill Mallah lernte er die Kunst des Kanun-Spiels. Bereits in den Jahren des Unterrichts arbeitete Hesen Kanjo an der Weiterentwicklung der traditionellen Kanun-Spielweise. 1996 wanderte der Musiker nach Deutschland aus und konnte aufgrund dessen sein musikalisches Spektrum erweitern. Zahlreiche Konzerte mit kurdischen Künstlern und Auftritte in bekannten Konzerthäusern sowie im Fernsehen gehören
zu seinen Referenzen. Musikalisch bewegt sich der Musiker überwiegend in der orientalischen klassischen Musik. Künstler wie Jemil Beshir, Abdel Fatah Minsi und Muhemed Atiya haben ihn auf seinem Weg musikalisch beeinflusst. Sein bevorzugtes Instrument aus seiner Kanunsammlung wurde speziell für seine eigene Spielweise (Kanjostil) angefertigt.


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