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Broken Shadows

Sonntag 26. Januar 2020 - 18:00

Tim Berne – Altsaxophon
Chris Speed – Tenorsaxophon
Reid Anderson – Bass
Dave King – Schlagzeug


KONZERTBEGINN PÜNTKLICH UM 18 UHR / THE CONCERT WILL START AT 6pm SHARP

 

Broken Shadows LOFT Cologne Köln Berne Speed Anderson King
© Wes Orshoski

Zahlreiche sich kreuzende Linien verbinden die Mitglieder von Broken Shadows, einem  Quartett aus dem urbanen Norden Amerikas, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, die zeitlosen Klänge der großen Männer aus dem ländlichen Süden und dem Landesinneren neu zu interpretieren: Ornette Coleman, Julius Hemphill, Dewey Redman und Charlie Haden. Diese Kultfiguren schufen aus den volkstümlichen Einflüssen ihrer frühen Umgebung eine immer-währende Avantgarde, einen Kanon, der den harten Blues und die tiefe Klage, das leidenschaftliche Feiern und den schreienden Protest umfasst.
Die Frontsaxophonisten Tim Berne und Chris Speed ​​arbeiteten in den 90er Jahren gemeinsam im bemerkenswerten Quartett Bloodcount, Bassist Reid Anderson und Schlagzeuger Dave King spielen seit fast zwei Jahrzehnten zusammen in The Bad Plus, King ist ebenso Mitglied in Speeds fantastischem Trio (mit Chris Tordini). Vor einigen Jahren organisierte The Bad Plus ein Projekt mit Berne, welches die Musik des Coleman-Albums Broken Shadows  neu interpretierte.
Die frühesten Verbindungen reicht bis in die 70er Jahre zurück: Hemphill war Bernes wichtigster Mentor und unterrichtete ihn so intensiv, dass sie schließlich zu einem unzertrennlichen Gespann wurden. Später huldigte Berne Hemphills Kompositionen und veröffentlichte einige seiner Werke neu. Diese Themen bilden die Grundlage für Musik, die ein ernsthaftes Zusammenspiel erfordert, und bei einigen Live-Aufnahmen der frühen Gigs von Broken Shadows ist klar, dass sie davon profitieren.
In einer Version von Colemans legendärer Ballade „Lonely Woman“ gräbt sich die Rhythmussektion tief in den harmonischen Anker und schwebt, während die Saxophonisten das traurige Thema des Stücks mit der Art von Sicherheit und Intimität umschwenken und tanzen, welche jahrelanges Eintauchen in diese Art von Jazzperformance erfordert. Eine Version von Hemphills brillantem „Dogon A.D.“ balanciert eine reibungslose, gewichtige Navigation der berauschenden Basslinie und des torkelnden Schlagzeugs der Musik mit einer herben, flehenden Melodie, die Berne und Speed ​​mit einer meisterhaften süß-sauren Mischung nachzeichnen. Obwohl der Respekt für das Material deutlich ist, lassen die Musiker nicht zu, dass ihre akribisch geschliffenen Persönlichkeiten durch Ehrfurcht beeinträchtigt werden. So können die Hörer die Essenz der Spieler in Melodien wiederfinden, die zu einem wichtigen Bestandteil des Jazzrepertoires geworden sind.
modifiziert aus dem Englischen von Peter Margasak