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Simon Nabatov „Changing Perspectives“ Teil 2: Your ID please! (Nonett)

Freitag 27. September 2019 - 20:30

Radek Stawarz – Violine
Axel Lindner – Violine

Axel Porath – Viola
Elisabeth Coudoux – Violoncello

Norbert Rodenkirchen – Traversflöten
Holger Werner – Klarinette, Bassklarinette
Ina Stock – Oboe, Blockflöte
Lucia Mense – Tenorblockflöte, Bassblockflöte
Simon Nabatov – Klavier, Komposition


© Ursula Zeidler

Der Pianist und Komponist Simon Nabatov ist seit fast 30 Jahren nicht nur ein fester Bestandteil der Kölner Jazzszene, sondern auch deutschlandweit und international ist der aus Russland stammende Musiker als Interpret und Mentor vielseitig beachtet. Seine Aktivitäten, ob in eigenen Ensembles oder als Sideman, machen ihn zu einer der schillerndsten Figuren der freien Improvisation und des zeitgenössischen Jazz. Immer wieder hat er Neues gewagt, Projekte initiiert und oft und gerne junge Talente in der Szene gesucht und gefördert.
2019 wird Simon Nabatov seinen 60. Geburtstag begehen und zudem 30 Jahre in Köln gelebt haben, zwei Gründe für ihn, diese Ereignisse mit 3 Konzerten im Kölner Loft zu feiern, dem Ort, wo er seit Jahrzehnten seine Musik am liebsten präsentiert und dokumentiert. In drei unterschiedlich ausgerichteten Projekten möchte er langjährige Weggefährten und junge Musiker der Kölner Szene zusammenbringen und dafür Musik komponieren, die alle Facetten seines Wirkens widerspiegeln soll.
In diesen Kompositionen beschäftigt sich Nabatov mit für ihn wichtigen und teilweise zutiefst persönlichen Themen, Themen, die er bisher noch nie musikalisch umgesetzt hat.
Dazu kommt der Wunsch, diesen Projekten ein anderes Format zu geben: hat er in den letzten Jahren vor allem kleinere Besetzungen bevorzugt (Duos und Trios), so möchte er diese 3 Projekte mit größeren Ensembles realisieren.


Simon Nabatov hat eine komplexe Identitätsgeschichte – die jüdisch-sowjetische Herkunft, die zweifache Immigration (erst in die USA, dann nach Deutschland) mit den entsprechenden kulturellen Veränderungen – zusammen sorgte dies für eine „non-lineare“ Entwicklung des eigenen Bewusstseins.
Einen Aspekt – seine jüdischen Wurzeln – hat Nabatov bis jetzt nie musikalisch thematisiert, aus diversen (aber eher ästhetischen) Gründen.
Bei dem Projekt für ein Nonett möchte er das ändern und sich mit diesem sehr persönlichen Thema auseinandersetzen.
Fern von „in-the-face“ approach a lá John Zorn („radical Jewish music“), schwebt ihm vor, in einer mehr subtilen und differenzierten Art mit dem Thema umzugehen und zu schauen, was für ihn noch stimmt und wertvoll ist, was es zu reparieren gäbe und was nie mehr zusammenwachsen könnte.
Die Besetzung dafür ist ganz bewusst gewählt: 2 kontrastierende Vierergruppen – ein Streichquartett und ein Bläserquartett, plus Klavier, quasi dazwischen „geklemmt“.
Von klarer Polarität, über verschiedene Mischformen, Verschmelzung, Morphing, von „Auseinanderfallen“ bis auf „Alles-neu-Zusammensetzen“ – die Register der seelischen Zustände, bis zur Zerrissenheit und zurück – werden musikalisch dargestellt.


Gefördert von

muskfonds-klein