24. Januar 2010 20:30

TRIO: CHRISTOPH IRMER - MARK CHARIG - GANESH ANANDAN

Christoph Irmer – viol., Mark Charig – flgh., Ganesh Anandan – ind. perc.+ string instr.

Der in Wuppertal lebende Geiger C. Irmer hat ein interessantes Trio um den indischen Percussionisten Ganesh Anandan zusammengestellt- die drei Musiker sind erfahrene Improvisatoren, Ganesh Anandan hat zudem für verschiedene Ensembles Musik komponiert unter anderem für das renommierte Ensemble Modern.Interessant.

In diesem Trio werden zwei schon seit längerem miteinander kooperierende Duos zusammengeführt: Christoph Irmers Duopartner, der englische Kornettspieler Mark Charig und der indische Perkussionist Ganesh Anandan bilden hier mit ihm ein Trio, das auf spannende Weise verschiedene Stilelemente der improvisierten Musik zusammenbringt: von der indischen Musik bis zur freien Improvisierten Musik, die von Peter Kowalds Arbeit in Wuppertal beeinflusst ist, bis hin zum zeitgenössischen europäischen Freejazz.

Ganesh Anandan
wuchs in der südindischen Stadt Bangalore auf und studierte dort mehrere Jahre lang Karnatische Musik, hauptsächlich die Instrumente Flöte und Mrdangam. Nach Abschluss dieses Studiums emigrierte er 1976 nach Kanada, wo er klassische westliche Musiktheorie und Ethnomusikologie mit Schwerpunkt Gamelan-Musik studierte und dieses Wissen in Musikworkshops zu weiteren speziellen Instrumenten (Bodrhan und Tar sowie Tamburello) vertiefte.
Vom Canada Arts Council und dem Conseil des Arts et des Lettres du Québec erhielt Ganesh Anandan mehrere Stipendien für künstlerische Projekte und Studien. Eines dieser Stipendien nutzte er dazu, bei T. N. Shashikumaram vom berühmten Karnataka College of Percussion in Bangalore die Tavil, eine zweiseitige rituelle Trommel, und die Kanjera, eine Trommel aus Südindien, über längere Zeit zu studieren. 1996 baute er mit Hilfe des Bildhauers und Holzschnitzers Nicholas Monroe eine Reihe von Trommelinstrumenten, die auf dem indischen Shruti- System mit 22 Intervallen basieren.
Als Komponist, Improvisator und Schöpfer origineller Instrumente ist Ganesh Anandan ein außergewöhnlicher Trommler, der sich auf seine eigene Fingertrommelsprache spezialisiert hat, die er Fingerworks nennt. Die rhythmischen Konzepte des südlichen Indien setzte auf der Frame-Trommel um und schrieb darüber auch ein Lehrbuch mit dem Titel „Solkattu“. Zwanglos verbindet er seine südindischen Trommeltechniken mit der heutigen populären Ästhetik – eine Arbeit, die auch auf zahlreichen CD-Veröffentlichungen dokumentiert ist. Kritiker nennen ihn einen Meisterperkussionisten, kreativen Umgestalter und Improvisator.

Kooperationen
Seit 1990 arbeitete Ganesh Anandan mit folgenden Künstlern und Formationen:
• Ensemble Modern (Deutschland)
• Malcolm Goldstein, Geige (USA)
• Bob Brozman, Slide-Gitarre (USA)
• Debashish Batacharya, nordindische Slide-Gitarre (Indien)
• Oregon (USA)
• Omar Sosa, Piano (Kuba/USA)
• Glen Velez, Frame-Trommel (USA)
• Liang He-Ping, Erhu (China)
• Carlo Rizzo, Tamburine (Italien)
• Patrick Graham, Bodhran und Perkussion (Kanada)
• Rainer Wiens, Gitarre (Kanada)
• O. S. Arun, Gesang (Indien)
• Ramasutra alias DJ Ram (Kanada)
• Michel Cusson Ensemble (Kanada)
• The Karnataka College of Percussion Ensemble (Indien)

Darüber hinaus arbeitet Ganesh Anandan mit Tänzer/innen wie Roger Sinha, Mariko Tanabae (Japan), Hideo Arai (Japan), Peter Chin, Natasha Bakht, Lin Snelling, Motaz Kabbani (Kanada), The Beijing Modern Dance Ensemble (China), Zhang Chang-Cheng, Willy Tsao, Nadine Thouin, Jo Lechay, und mit den Multi-Media-Künstlern Guy Laramée, Jerry Snell, Michel Lemieux und Victor Pilon (Kanada).  

 

Christoph Irmer

(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

... ist ein deutscher Violinist im Bereich der neuen Improvisationsmusik. Irmer studierte von 1980 bis 1985 Schulmusik in Kassel, danach bis 1990 Violine an der Musikhochschule Köln-Wuppertal. Bei der documenta IX in Kassel war er Mitglied des Improvisationsorchesters unter Leitung von Jon Rose, mit dem er auch auf Tournee ging. 1994/95 wirkte er an Peter Kowalds Projekt 365 Tage am Ort in Wuppertal mit, 1996 trat er beim Drumming for Africa mit Tony Oxley, Trevor Watts und anderen auf. Im gleichen Jahr arbeitete er beim Vinschgauer Orgelsommer mit Arvo Pärt zusammen. Weiterhin wirkte er an Tanztheaterprojekten wie Danza e musica in strada (Südtirol 1996), der Butoh-Tanz-Performance Prinzenrolle (Wuppertal 1997) und dem Tanztheaterstück Sind Sie wahnsinnig (nach Heiner Müller) des TanzMusikTheater T.M.T.4.2. (1998) mit. Weiterhin arbeitet er mit der Bigband Supernova (seit 2000), dem Improvisationsorchester Fineworks (seit 2002), und dem London Improvisers Orchestra (seit 2004) zusammen. Außerdem ist er Mitglied des Statements Quintet (mit Dominic Duval, Jay Rosen, Ursel Schlicht, Hans Tammen) und der Gruppen Canaries on the Pole (mit Jacques Foschia, Georg Wissel, Mike Goyvaerts) und Investigation Routine (mit Klaus Treuheit, Günther Pitscheider). In Duoformationen arbeitet er mit dem Vokalisten Mitch Heinrich, dem Pianisten Agustí Fernández und der Flötistin Jane Rigler zusammen. Mit Gunda Gottschalk und weiteren Musikern trat er 2006 auf dem Moers Festival auf. Im Bereich des Tanzes sind seine Partner unter anderem Chrystel Guillebeaud und Andrés Corchero.

Mark Charig

(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Mark Charig (* 22. Februar 1944 in London als Mark Bloomfield) ist ein britischer Jazztrompeter (auch Kornett, Flügelhorn und Althorn). Nachdem er zunächst als Popmusiker mit Blues- und mit Soulbands gearbeitet hatte, war Charig für Keith Tippett (1969 bis 1971) und Georgie Fame (1974) sowie insbesondere für Elton Dean und für Chris McGregors Brotherhood of Breath tätig. Auf einigen Produktionen von Soft Machine und King Crimson wirkte er mit, war aber seit 1972 auch Mitglied im London Jazz Composers’ Orchestra. Charig nahm unter eigenem Namen und mit Harry Miller auf und arbeitete zunehmend im Bereich des freien Jazz. 1980 zog er nach Amsterdam, wo er Mitglied in Maarten Altenas Septett war. Außerdem spielte er im Quartett und Nonett von Fred Van Hove (mit Radu Malfatti), in Willem van Manens Contraband, im King Übü Orchestrü von Wolfgang Fuchs, bei Didier Levallet, mit Phil Wachsmann und Baby Sommer, aber auch im Globe Unity Orchestra und in Peter Kowalds Wuppertal Workshop. Zur Zeit spielt der in Euskirchen wohnende Charig mit Quatuohr (Joachim Zoepf, Wolfgang Schliemann, Ulrich Phillipp), Fineworks und dem Dedication Orchestra.