2017 – 17.2.: Jilman Zilman feat. Simon Nabatov – Acoustic Concert

Rezension von Uwe Bräutigam auf nrwjazz.net

Tilman Herpichböhm – Schlagzeug
Peter Christof – Kontrabass
Johannes Ludwig – Altsaxophon
Julian Bossert – Altsaxophon
Simon Nabatov – Piano


Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 22.02.2017 | Die Band Jilman Zilman um den bayrischen Schlagzeuger Tilman Herpichböhm spielt mit dem russischen Pianisten Simon Nabatov im Kölner Loft.

Die Band Jilman Zilman sieht sich selbst in der Tradition von Ornette Coleman und der Masada Band von John Zorn. Seit 2010 besteht die Gruppe mit der ungewöhnlichen Besetzung:

Tilman Herpichböhm – Schlagzeug
Peter Christof – Kontrabass
Johannes Ludwig – Altsaxophon
Julian Bossert – Altsaxophon

Jilman Zilman hat 2015 mit dem russischen Pianisten Simon Nabatov, der zu den ganz Großen seines Faches gehört, in Köln zusammengespielt. Die Chemie stimmte, es entstanden fesselnde und aufregende Musikstücke.

Im Februar 2017 wird diese Zusammenarbeit vertieft. Jilman Zilman spielt zwei Gigs mit Simon Nabatov im Loft, ein Konzert akustisch und ein Konzert elektrisch. Über das erste Konzert wird im Folgenden berichtet. Die Band wird von einem Schlagzeuger geleitet und das prägt auch den Sound. Das Schlagzeug nimmt viel Raum ein. Der Ausgangspunkt der Stücke sind Bebop und Postbop, ein flotter Rhythmus, zupackendes Schlagzeug, treibender Bass und zwei Altsaxophone, die miteinander verflochten oder bei Bedarf Unisono spielen prägen den Sound der ursprünglichen Band. In diesen Sound gibt sich der großartige Pianist Nabatov spielerisch ein und setzt auf die Musik von Jilman Zilman ein Sahnehäubchen. Seine Hände scheinen kaum die Tasten zu berühren, außer wenn er eines seiner schnellen Glissandi spielt.

Die Kompositionen stammen vom Bandleader Tilman Herpichböhm und haben oft etwas seltsam verrückte Titel wie Sächsischer Kaffee oder Krombiragsälz.

Die Kompositionen von Tilman Herpichböhm haben zwar meist den Hardbop als Ausgang, entwickeln aber darüber eine eigene Sprache, mit modernen avantgardistischen Elementen oder orientalischen Klezmerklängen. Kein Patchwork, keine Zitatensammlung, sondern ein sehr eigenes Soundgewebe mit unerwarteten Wendungen. Ein flotter aufgeweckter Modern Jazz mit viel Swing zum mitwippen, aber auch mit Ecken und Kanten.

Mehr Infos über die Band: http://tilmantilman.de/kollektiv/