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reiheM präsentiert: Peter Kubelka – Das Butterbrot und andere Metaphern

Dienstag 23. Mai 2017 - 20:30

Vortrag / Performance


Die reiheM freut sich auf einen Performance-Vortrag des österreichischen Filmemachers und Künstlers Peter Kubelka, der zur Bedeutung der materiellen Metapher bei der Zubereitung von Speisen und ihren Entsprechungen in bildender Kunst, Film und Musik sprechen wird. Die materielle Metapher bildet für das von Kubelka geprägte Verständnis von „Kochen als Kunstgattung“ den zentralen Ausgangspunkt. Ein „Butterbrot“ zum Beispiel ist für Kubelka zuallererst ein Bild, in dem sich ein Künstler/eine Künstlerin Ausdruck verschafft.

Kochen und Musizieren spielen im filmischen und pädagogischen Werk Peter Kubelkas eine grundlegende Rolle. Der 1934 in Wien geborene Künstler sang in seiner Jugend bei den Wiener Sängerknaben und studierte nach seiner Schulzeit an der Musikhochschule, bevor er sich ab Mitte der 1950er Jahre dem Medium Film zuwandte. Von 1978 bis 2000 unterrichtete er „Film und Kochen als Kunstgattung“ an der Städelschule in Frankfurt, wo er mit seinen Student/innen jedes Jahr für eine Woche in ein „Gasthaus auf Zeit“ einlud, zu dem er mit seinem Ensemble für alte und barocke Musik „Spatium Musicum“ Konzerte beisteuerte.

Peter Kubelkas frühe einflussreiche 35mm-Kurzfilme „Adebar“ (1957, 2 min), „Schwechater“ (1958, 1 min) und besonders der rein aus Schwarz- und Transparentfilm geschnittene Film „Arnulf Rainer“ (1960, 6 min) sind radikale Bild-Ton-Kompositionen, die sich konzeptionell aus der Metrik des Mediums Film als Sequenz von Einzelbildern ableiten. Heute klingen diese hochverdichteten Filme mit ihren oft asynchron zum Bild gesetzten Loops, Klangiterationen, Zitaten und radikalen Schnitten wie prototypische Minimal-Noise-Stücke oder Industrial-Toncollagen.

Seine Vortragskunst entwickelte Kubelka ab Mitte der 1960er Jahre in New York, wo er als Teil der experimentellen Filmszene um Jonas Mekas, Stan Brakhage und anderen das Anthology Film Archive mitbegründete. In ausgedehnten Vortragsreisen durch die USA stellte er seine Filme zur Diskussion und verglich sie mit Kulturtechniken wie Malerei, Skulptur und Kochen. Aus diesen Erfahrungen heraus entfaltete er eine performative Erzähltechnik und spekulative Überzeugungsästhetik, die Alltagsgegenstände, Küchengeräte, Musikinstrumente und Lebensmittel gleichermaßen miteinbezieht.


reiheMreiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien
wird veranstaltet von Mark e.V.
und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln
und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.