Montag, 21.3.2016 – Morgana Moreno – Masterabschlusskonzert

Rezension von Uwe Bräutigam auf nrwjazz.net

Morgana Moreno – flute, compositions, Marcelo Rosário – guitar, Florian Herzog – bass, Antoine Duijkers – drums


Morgana Moreno Quartett | Jazz mit brasilianischen Choro Klängen

Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 23.03.2016 | Die brasilianische Flötistin und Komponistin Morgana Morena absolvierte am 21.3. ihr Master Examenskonzert für Flöte im Kölner Loft. Sie lebt seit drei Jahren in Düsseldorf und hat in Köln an der Hochschule für Tanz und Musik studiert.

Morgana stammt, ebenso wie ihr Landsmann Marcello Rosario an der Gitarre, aus Salvadore de Bahia, eine der Hochburgen der Choro Musik.

Sie hat sich in Brasilien seit sie 12 Jahre alt war mit Choro, der Musica Nordestina und anderen regionalen Stilen beschäftigt. Ihre Liebe zur der überaus reichen Musiktradition Brasiliens traf dann in Köln auf den Jazz. Morgana möchte keine rein brasilianische Musik machen, sondern spielt einen ganz eigenen Mix aus Jazz und verschiedenen Stilen der Musik Brasiliens.

Diesen brasilianischen Jazz spielt das Quartett auch auf dem Konzert in der Loft.

In ihrer Band hat sie neben Marcello Rosario keinen weiteren Brasilianer. Es ist Morgana wichtig, dass Kölner Musiker in der Band sind und ihren typischen Stil einbringen. Florian Herzog spielt den Kontrabass. Er gewann letztes Jahr mit seiner Band “Just Another Foundry“ den Neuen Deutschen Jazzpreis Osnabrück und ist ein ungemein phantasievoller und offener Musiker. Antoine Duijkers, der aus Holland stammt und in Köln lebt, spielt Schlagzeug. Er studierte in Köln Schlagzeug und afrikanische Perkussion. In Ghana hat er sich bei Mustapha Tetty Addy weitergebildet. Durch seine Erfahrung mit der Musik Afrikas hat er ein hervorragendes Gefühl für die brasilianischen Rhythmen, die aus einer Verbindung von afrikanischer und europäischer Musik entstanden sind.

Morgana Moreno hat an der Flöte eine sehr weiche und flüssige Blastechnik. Die vielen schnellen Rhythmuswechsel und Synkopen meistert sie mit großer Leichtigkeit. Trotz dieser Leichtigkeit, ist die Intonation sehr präzise. Sie spielt eine Reihe Stücke aus dem gerade erschienen Album “Miscellaneous“. Während der Ansagen ist ihr die Anspannung des Examens anzumerken, die sich aber sofort löst sobald sie auf ihrer Flöte spielt. Besonders im zweiten Set geht sie immer mehr aus sich heraus und spielt nicht nur virtuos, sondern auch mit südamerikanischem Temperament. Marcello Rosario spielt auf seiner brasilianischen siebensaitigen Gitarre vertrackte kreolische Rhythmen, die sich ständig verändern. Er hat ebenso wie Morgana Moreno bereits in Brasilien eine Reihe Preise mit seinem Spiel gewonnen. Marcello und Morgana spielen beide auswendig ohne irgendwelche Noten. Florian Herzog, verleiht der Band mit seinem Bassspiel eine ganz besonderen Drive und er spielt einige großartige Soli.

Auf dem Konzert zeigt Morgana Moreno und ihre Band allen Zuhörern, dass brasilianische Musik viel mehr ist als Samba und Bossa Nova und dass die Verbindung mit Jazz musikalisch äußerst fruchtbar ist.

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