Dienstag 15.11.2016 – „Gratkowski-Zoubek-Landfermann-Mahnig“

Rezension von Uwe Bräutigam auf nrwjazz.net

Frank Gratkowski – reeds ; Philipp Zoubek – piano ; Robert Landermann – bass ; Dominik Mahnig – drums


Gratkowski, Landfermann, Mahnig, Zoubek | Improvisation von furios bis subtil

Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 18.11.2016 | Im Februar hat die Band in dieser Besetzung zum ersten Mal im Loft zusammengespielt. Das Konzert zeichnete sich durch viel Energie und großartige Improvisationen aus. Vier Musiker, die zu festen Größen in der Jazz- und Improvisationsszene gehören. Frank Gratkowski hat sich drei der innovativsten Musiker der jüngeren Generation in diese Band geholt.

Es war der Wunsch aller ZuhörerInnen, dass man noch mehr von dieser Gruppe hören möge. Nach zehn Monaten finden sich die vier Musiker nun wieder im Loft zusammen. Bei ähnlichem Schmuddelwetter. Eine ganze Reihe der Zuhörer des letzten Konzerts sind auch wieder da.

Frank Gratkowski der mit der Bassklarinette eröffnet hat, spielt in diesem Konzert neben dem Altsaxophon auch die Klarinette.

Die Band beginnt mit einzelnen Tönen, die Instrumente kommen ins Gespräch, tastend und sich Zeit nehmend. Langsam wird die Musik dichter, schneller und intensiver. Frank Gratkowski spielt ein wildes Saxophonsolo und Philip Zoubek folgt ihm auf dem präparierten Flügel. Dominik Mahnig begleitet laut und hart am Schlagzeug, während Robert Landfermann mit dem Bogen den Bass traktiert. Ein furioser Ritt, der schneller und wilder wird. Das Tempo wird gehalten und erst nach einiger Zeit zurückgenommen, Dominik spielt mit den Besen und setzt leere Erdnussdosen und Kronenkorken ein. Aus dem Furioso geht es nahtlos ins Piano über. Es entsteht ein spannender Dialog zwischen Kontrabass und Klavier. Langsam kommen Schlagzeug und Bass hinzu.

Die Gruppe spielt zwei Sets. Nach den vielen musikalischen Ideen im ersten Set, gelingt es der Gruppe im zweiten Set noch intensiver aufeinander bezogen zu improvisieren. Auch im zweiten Set gibt es einen freejazzigen Höhepunkt voller Energie. Diesmal gibt Philip Zoubek ein schnelleres Tempo auf dem Klavier vor, nach und nach folgt Dominik Mahnig, erst noch mit den Besen, dann mit den Stöcken. Robert Landfermann setzt wieder den Bogen ein und dann bläst Frank Gratkowski wieder ein geniales Solo. Philip Zoubek schlägt wild die Tasten an. Nicht nur Frank Gratkowski ist danach atemlos, sondern auch das Publikum. Eine unglaubliche Energie, der man sich nicht entziehen kann. Doch auch sehr ruhige, fast lyrische Passagen haben in diesem Set Raum. Es gibt in schönes Basssolo von Robert Landfrmann, ein zupackendes Duo Bass und Klavier und natürlich viele Klangideen von Dominik Mahnig.

Improvisation voller Fantasie und Spannung, mit viel Energie aber auch sehr subtil.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

gratkowski.com/de

robertlandfermann.com

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